Meine persönlichen Erlebnisse, Ansichten, Anmerkungen als ortsfester Weltbürger im globalen Polizeistaat
Sonntag, November 28, 2004
Samstag, November 27, 2004
Ein elfjähriger Junge ist im Kreis Höxter bei einer Zahnarztbehandlung gestorben. Der Junge hatte bei der Behandlung in einer Zahnarztpraxis unter Vollnarkose gestanden.
http://www.wdr.de/themen/panorama/8/zahnarzt_narkose/index.jhtml
Das sollten sich all' jene immer vor Augen halten, die meinen, eine Schönheits-Op sei ähnlich sicher wie ein FriseurBesuch oder eine TupperParty: Eine Vollnarkose ist eben NICHT ungefährlich, ebenso wie viele chirurgische Eingriffe. Wenn das die Patienten schon nicht wissen, dann wenigstens aber jeder Arzt.
Aber Ärzte sind eben auch nur Menschen und Menschen sind eben auch schlecht und böse. Schlecht, im Sinne von schlampig, fahrlässig, bequem, oberflächlich, nachlässig, dumm und überheblich. Böse, im Sinne von vorsätzlich.
Dienstag, November 23, 2004
ist das richtigere Wort für Menschen die keinen Job, keine bezahlte Tätigkeit haben. Arbeitslos klingt dumpf und dumm nach einem Begriff aus Zeiten und Orten mit Arbeitslagern und Zwangsarbeit, und er ist auch sachlich falsch.
Wie jeder spätestens seit der Existenz von Monarchie, Adel und des Beamtenstatus weiss, kann man auch reichlich für Nichtstun bezahlt werden. KANN.
Dem gegenüber gibt es Leute, die reiben sich zB in ehrenamtlicher oder sonstiger gemeinnütziger Tätigkeit auf, malochen also für lau - gelten aber als arbeitslos, obwohl sie mehr oder härter schaffen als etliche Erwerbstätige.
Der Begriff "arbeitslos" ist aber auch eine reaktionäre Diskriminierung aller Hausfrauen und Mütter, die von ihrem Mann mit einem Taschen- oder Hausfrauengeld oder als AlleinErziehende vom Staat versorgt werden.
Kinder können aber nicht die einzige Legitimation sein, dass ein/e Erwerbslose/r nicht als arbeitslos gilt. Es gibt viel zu tun, aber wenige, die es bezahlen (wollen). Ob jemand arbeitet oder nicht, also Arbeit hat oder nicht, können Aussenstehende schwerlich beurteilen. Nur ob jemand erwerbslos ist oder nicht, lässt sich - abgesehen von Schwarzarbeit - ziemlich klar sagen.
Wer erwerbslos ist, ist nicht zwangsläufig arbeitslos. Wer erwerbstätig ist, arbeitet nicht zwangsläufig.
https://www.taz.de/pt/2004/11/23/a0107.nf/textdruck
Nicht nur das. Wie u.g. ist auch die Aufteilung in Altenheime und Kindergärten gescheitert, die Trennung in Blogger und Leser, die Zersplitterung der solidarischen Krankenversicherung in hunderte Einzelkassen, und vieles mehr. Wann wächst endlich zusammen, was zusammen gehört?
LeihEnkel im Altenheim: Endlich hat die alte Dame wieder jemand, der ihr zuhört, und der kleine Jules jemanden, der ihm Geschichten erzählt. Seit August treffen sich beide im selben Heim, die eine über 80, der andere gerade mal drei.
Der Leiter des Verbandes französischer Seniorenheime ist der Initiator des Experiments, bei dem Kinder von Senioren betreut werden, und umgekehrt. Das Modellprojekt läuft mittlerweile in fünf französischen Heimen und ist ein Versuch, zwei drängenden Problemen in der Europäischen Union entgegenzutreten: immer weniger Kinder stehen einer steil ansteigenden Zahl von Rentnern gegenüber.
Der ganze Beitrag des ZDF-Auslandjournals über das französische Experiment, Kindergarten und Altenheim für einige Stunden jeden Tag, zusammen zu legen, unter http://www.zdf.de/ZDFde/druckansicht/0,1986,2220629,00.html
Freitag, November 19, 2004
Hat die Regierung ja schon geschickt gemacht: Die sozialen Einschnitte im Zuge von Hartz IV finden im Winter statt, sodass die Wahrscheinlichkeit, dass es dann nochmal zu massenhaften Montags-Demos kommt, erheblich minimiert ist. Wer demonstriert schon gerne bei Minustemperaturen oder im Schneematsch.
Hatten ja auch die Castor-Transporteure schon erfolgreich praktiziert: Die Transporte in die kalte Jahreszeit verlegt, so dass es kaum noch Demonstrationen gab. Grade solche Aktionen sind ja von einer Art, denen man eben nicht alternativ mit virtuellen Blockaden begegnen kann.
Bei Hartz IV ist es ein bisschen anders. Statt auf der Strasse spazieren zu gehen, hätten die Engagierten auch alternativ diverse andere Aktionen machen können, wie zB Petitionen, UnterschriftenSammlungen, Gerichtsklagen, und und und - aber da war ja Sommer.
Eine ParallelGesellschaft aufbauen, die sich wieder auf die alten Talente der Tauschwirtschaft bezieht, mit alternativer Währung. Also einen eigenen Wirtschaftskreislauf entwickeln. Eine Parallelkultur gut ausgebildeter Erwerbsloser. Regionale Tauschringe gibt es schon lange im ganzen Bundesgebiet. Vernetzungen untereinander via Internet könnten womöglich noch weiter ausgebaut und verbessert werden.
Update: Eberhard Seidel: Häufig werden Einschränkungen zunächst bei den Minderheiten praktiziert, weil dort der Widerstand am Geringsten ist. Später werden sie auf weitere Teile der Gesellschaft ausgedehnt. Auch mit der Demontage der Sozialhilfe wurde bei den Nichtdeutschen angefangen. Genauso ist es bei den Einschränkungen von Demokratie- und Freiheitsrechten.
[im Interview mit der Telepolis vom 28.11.04]
Wieso eigentlich wird vom Angeklagten und seinen Sympathisanten die Folterandrohung damit gerechtfertigt, man habe das Leben des entführten Jungen retten wollen, wenn man doch aber davon ausgehen musste/konnte, dass der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit da schon nicht mehr lebte. Der Täter war gefasst und eigentlich sogar auch der Entführung überführt und es ging nun für den Täter quasi darum, welches Strafmass er zu erwarten hat, also wie lange er im Knast bleiben muss, was sich daran bemisst, ob er den Jungen "nur" entführt oder auch umgebracht hat.
Im Falle der Junge hätte zu der Zeit noch gelebt, stand der Täter also letztlich vor der Wahl, den Jungen lebendig finden zu lassen, indem er dessen Aufenthaltsort nennt, oder als Mörder bestraft zu werden, indem er schweigt. Der Entführer war kein Psychopath, also ist die Tatsache, dass er den Aufenthaltsort des Jungen nicht nennen wollte, doch eigentlich ein deutliches Indiz, dass der schon nicht mehr lebte. Mithin fällt der rechtfertigende Notstand weg, mit dem der angeklagte FolterPolizist sein Tun zu legitimieren versucht.
Im übrigen war der bestellte "Folter-Experte" schon auf dem Weg zum zu Folternden und es hatte sich sogar ein PolizeiArzt gefunden, dabei zu sein! Erinnert mich ein bisschen an die US-Praxis der in fremde Länder outgesourcten Verhöre, um dort mehr Freiheiten beim Umgang mit den zu Verhörenden zu haben.
Der angeklagte FolterPolizist Daschner war nicht mutig, wie einige behaupten, weil er ein vermeintlich überkommenes Tabu gebrochen habe. Er war mutig, weil er sich zu seinen FolterBestrebungen öffentlich bekannt hat. Dafür trägt er nun auch hoffentlich die Konsequenzen, denn sonst war es kein Mut. Der FolterPolizist war feige und er hat ein gutes Gesetz ignoriert. Feige, weil er sich dem gefühlten Druck der Öffentlichkeit, irgend etwas zu TUN, gebeugt hatte und für das eigene Image bereit war, das Gesetz links liegen zu lassen und einen Wehrlosen zu foltern. Denn ein Menschenleben zu retten gab es vernünftigerweise nicht mehr. Aber Polizist Daschner fehlte offenbar der Mut, dem Mob mit Vernunft zu kommen.
Wie ein StrafrechtExperte sagte, gilt dieses Folterverbot primär für den Staat und seine Bediensteten. So wäre zB der Vater des entführten Jungen, wenn er des Entführers habhaft geworden wäre und diesen gefoltert/gequält hätte, damit der den Aufenthaltsort seines hoffentlich noch lebenden Sohnes verrät, wohl anschliessend frei gesprochen worden. Notwehr, Affekt, emotionaler Not- oder Ausnahmezustand. Das gilt aber nicht für Justiz und Polizei. Die haben schliesslich andere Möglichkeiten und Instrumente. Legale.
Dienstag, November 16, 2004
Mit Cortison bekämpft man mW keinen akuten AsthmaAnfall. Die verengten Atemwege werden vielmehr mit einem Sympathikomimetikum frei geboxt. Und weil das auf Dauer die Schleimhäute einsehbar wund macht, also das Gewebe entzündet, muss dann zur Unterdrückung dieser Wundreaktion Cortison her.
Ich hab es selbst erlebt, wie schon nach ein paar Mal Hinhalieren von Cortisonpulver allmählich der Gaumen taub wurde. Hab dann sofort das Zeug verbannt und alles getan, auch auf das Bronchialspasmolytikum verzichten zu können. Bis heute hat das ganz gut geklappt.
Btw: Das Cortison hat (der KKasse) pro Packung etwas über 100 DM gekostet und ich weiss noch, wie der Lungenfacharzt mir unbedingt schon die zweite Packung verschreiben wollte - auch auf Vorrat - obwohl ich die erste noch nicht verbraucht hatte. So alle paar Wochen etwa 120 DM für einen CortisonInhaler und sowieso noch ein paar Mark für das Spray, das hätte der SoliGemeinschaft einiges gekostet. Durch Selbststeuerung konnte ich mir selbst diesen NebenwirkungsMist erparen und der SoliGemeinschaft einige tausend Mark ChronikerKosten. Die Werktätigen in der Pharmabranche verdienen sicher nicht schlecht und können und müssen das verschmerzen.
Samstag, November 13, 2004
Klar: Ein deutscher Medizin-Professor, der einen Patienten absichtlich fast umbringt, weil er weiss, dass er das hier in Deutschland praktisch folgenlos machen kann, wird sicherlich ALLES tun, den überlebenden Patienten hinterher wenigstens mundtot zu machen, wenn der später versucht, seinen Fast-Mörder zur Rechenschaft zu ziehen.
Der Fascho-Arzt hat zwei Dinge zu fürchten, im Falle er landet vor einem StrafGericht: Sein Ruf wird ruiniert - beruflich wie privat. Der reinweiss bekittelte, Fachbücher und -artikel schreibende, edle Autos fahrende, Goldkettchen tragende Elitebürger und Ex-MilitärArzt, würde plötzlich nicht nur als skrupelloser, Menschen verachtender PseudoArzt, Sadist und Schwerkrimineller erkennbar, der für Geld und Karriere mehr als nur über sprichwörtliche Leichen geht, sondern auch als Versager. Womöglich wird ihm sein Prof-Titel ab erkannt und er der Verachtung seiner Berufs- und Standeskollegen preisgegeben. Weniger, weil er PatientenLeben zerstört hat, sondern weil er sich hat erwischen und zur Rechenschaft ziehen lassen - so eine Niederlage und Schmach darf einem professoralen EliteBürger und erst recht einem Militär nicht passieren. Da sind eine ganze Menge Interessen und Mächte vor: Militärischer CorpsGeist, Rechtslastiges Gesindel jedweden Milieus und jeder Couleur, herrschende Politik, Medizinerschaft, akademisch-juristische Elite, und last and least die pekuniären Speichellecker, die als webloggend-müssigängernde Technoide und Emotionen drechselnde Verbal-Huren für Geld fast alles tun.
An zweiter Stelle wird der Täter einiges Geld an sein Opfer zahlen müssen. Für eine halbe oder viertel Million Euro muss wohl selbst ein Medizin-Professor etwas tiefer in seine Portokasse greifen.
Selbst wenn er diesen Betrag für die Vorfeld-Sabotage eines Strafprozesses einsetzen würde, also sein Opfer mit allen Mitteln erfolgreich daran hindern kann, dass es zu einer Anklage kommt, so hätte er damit immerhin noch seinen Ruf und seinen Titel gerettet.
Für eine halbe oder viertel Million Euro lassen sich sicherlich eine ganze Menge paramedizinische BloggerZombies und andere Faschisten bezahlen, die das Opfer mit einem DauerSperrfeuer verbaler und anderer Knüppel zwischen seine Beine am Vorwärtskommen hindern sollen.
Für jeweils ein paar tausend Euro wird der Täter mehr als genug männliche oder weibliche Seelen-Flittchen finden, die Sabotage üben - im Internet und ausserhalb. Gescheiterte Ost-Existenzen, LangzeitStudenten, geltungsgeile Schreiberlinge, HighTec-Freaks und andere moralische Windbeutel, die mit ihrer gelenkigen Schnauze und ihrer Technik jede Scheisse tun, die ihre ärztliche Geldquelle von ihnen verlangt. Für zB 10 bis 50 tausend Euro wird eine emotionale Schlüsselfigur sicher ein, zwei Jahre gern ein oder mehr seiner/ihrer Weblogs der Dressur und Manipulation eines lukrativen Lesers unterordnen.
Anders lässt sich kaum erklären, warum so viele Blogger ebenso penetrant und vehement wie grund- und sinnlos soviel Unsinn, Dreck und Müll zu einer Sache und Person äussern, die sie zu kennen vorgeben, aber tatsächlich nicht begriffen haben: Viel gesehn und nix verstanden, und weiter werfen als wie sie gucken können - Blindfische mit technisch verstärkten WurfArmen.
Die gleichen Blogger, die sich über die böse Bush-Administration, Folter in Guantanamo und Abu Ghraib empören, schlagen sich vor der eigenen Haustür auf die Seite solcher Folterer und Militär-Faschisten hier zu Lande. Im Schutz der Gruppe zu nölen ist schon einfach, noch billiger zu haben ist Kritik an Zuständen janz weit draussen. Es gibt nix Gutes ausser man tut es. Statt hier vor Ort auch nur einen hilfreichen Handschlag zu TUN, werden lieber ganze Wagenladungen salbadert.
Freitag, November 12, 2004
Sonntag, Oktober 24, 2004
"Die Staatsanwaltschaft kann heute machen was sie will."
Um den deutschen Rechtsschutz ist es nach Ansicht der Stiftung Pro Justitia schlecht bestellt. Geprägt von "Willkür" der Staatsanwälte seien die Rechte des Bürgers oft "keinen Pfennig wert, weil sie unterlaufen werden", sagte der Stiftungsvorsitzende, Rechtsanwalt Alexander Keller.
Die neue Stiftung Pro Justitia, vom früheren SAP-Gründer Dietmar Hopp mit bis zu 2,5 Millionen Euro ausgestattet, will das ändern.
So sei es beispielsweise ein Problem, dass Staatsanwälte allein über die Aufnahme und die Einstellung von Ermittlungsverfahren entscheiden.
Er bemängelte auch, dass Richtervorbehalte etwa bei der Telefonüberwachung und Hausdurchsuchung durch vorformulierte Beschlüsse unterlaufen würden. Zudem würden Geständnisse durch "rabiate Mittel" erzielt, um kürzere Verfahren zu erreichen.
Der emeritierte Professor Otto Backes bemängelte fehlende Kontrolle und stellte fest: "Die Staatsanwaltschaft kann heute machen was sie will."
Ein prominenter Beirat wird die Stiftung unterstützen: Die FDP-Politikerin und frühere Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, der frühere Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichtes, Ernst Gottfried Mahrenholz, und der Leiter des Ressorts Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung und frühere Staatsanwalt Heribert Prantl sollen die Ergebnisse der Arbeit in die Öffentlichkeit tragen.
Auszug aus einem Text von
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID3722856_TYP4,00.html
Auch meiner Erfahrung nach scheinen viele Staatsanwälte die Rechtspflege tatsächlich als ihre Privatveranstaltung zu sehen. Nach Gusto wird ermittelt oder auch nicht, so mein Eindruck. Verbrechen und schwere Kriminelle bleiben unbehelligt, Bagatelldelikte und harmlose Leute werden stringent verfolgt. Bestechlichkeit kann's doch wohl nicht sein - Staatsanwälte werden doch sehr gut bezahlt. Aber eben weitgehend egal was und wie sie es tun.
Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz Peter Schaar sieht das Grundrecht der Bürger auf informationelle Selbstbestimmung gefährdet. In einem Interview mit dem Wirtschaftsmagazin Euro für die kommende Ausgabe erklärte Schaar, die Behörden seien offensichtlich bemüht, unter Einsatz moderner Technik alle möglichen Lebenssachverhalte zu erfassen, um damit jegliches Fehlverhalten frühzeitig zu erkennen. Der Einzelne werde Gegenstand einer Durchleuchtung, deren Umfang er längst nicht mehr durchschauen könne.
Es würden zwischen Arbeitsverwaltung, Steuerbehörden oder Polizei immer mehr Informationen getauscht, sagte Schaar weiter. Die Beobachtung und Registrierung des Bürgers werde zum Regelfall. Einige der neuen Maßnahmen seien verfassungsrechtlich bedenklich.
Heise-Meldung vom 18.10.04
Meiner Wahrnehmung nach, ist es sogar noch schlimmer, die Datenerfassung und ihr Austausch noch umfassender.
Drei Aspekte machen das Ganze so gefährlich: Die Datenerfassung dient nicht einer neutralen und transparenten Institution, sondern ist kaum kontrollierbar und wird von Macht-Eliten missbraucht, um andere Bürger, das gemeine Volk, die Weniger-, Nicht- und UnterPrivilegierten immer perfekter in den Griff zu bekommen.
Während es früher ein enormer Aufwand war, Informationen über die Bürger auf Karteikarten zu speichern und möglichst verfügbar zu halten, so gibt es diesen ehemaligen Flaschenhals, der vor der massenhaften Komplett-Erfassung einigermassen schützte, heute so nicht mehr.
Fast sämtliche Lebensbereiche laufen über EDV / IT sind also jederzeit und überall observierbar. Alles was via Internet oder über Behörden und Institutionen angebahnt und abgewickelt wird, ist schnell und gründlich erfassbar. FilterProgramme fischen jedes gewünschte Profil heraus.
Aber es sind auch die vermeintlichen Kleinigkeiten, die ein hohes Gefährdungspotential aufweisen.
Vor etlichen Jahren, ich war neu in eine Wohnung gezogen, da sehe ich durchs Fenster, dass ein moderner KleinTransporter vorm Haus hält, zwei Männer in weissen Overalls steigen aus, einer mit Klemmbrett und nehmen den Gelben Sack mit, den ich grade rausgestellt hatte. Ich war ziemlich überrascht und überlegte, wer das gewesen sein könnte, wer ein Interesse und welches Interesse daran haben könnte, an meinem Abfall. Denn weder der Wagen noch die Typen trugen ein FirmenSignet.
Aus dem Inhalt der Gelben Säcke lässt sich einfach und sicher eine ganze Menge elementarer Informationen über den jeweiligen Haushalt herauslesen und grade bei Single-Haushalten ist eine personale Zuordnung recht eindeutig machbar. Die Informationen sind schnell in ein Datensystem speicherbar und stehen überall zur Verfügung. Auf einigen Packungen befinden sich sicher Fingerabdrücke, die man abnehmen kann. Hat man eine zentrale Fingerabdruckdatenbank fast aller Bürger, könnte man auf diese Art fast jeden Abfallsack einer bestimmten Person zuordnen. Liegen Medikamtenpackungen im Abfall? Gegen welche Krankheiten?
Der andere Sektor mit scheinbar namenlos und nicht kontrollierbarer Konsummöglichkeit, ist der ganze Bereich technischer Geräte und anderer Dinge für Haushalt und Hobby, die man bar/cash kauft. Da ist es aber so, dass bei Reklamationen und Umtausch die Personalien angegeben werden sollen - angeblich fürs Finanzamt. Da wird dann vermutlich in der Firma selbst, aber auch irgendwo in einer Behörde registriert und wer weiss wie lange gespeichert, welche Bekleidung, welche Software, welches Gerät, wer wo und wann gekauft und dann reklamiert hat.
Auf alle BehördenDaten haben staatliche Ermittler Zugriff. Auch Verdacht unabhängig. Die können von sämtlichen staatlichen Stellen die Informationen zur Person abgreifen, wie zB auch von den Leihbüchereien, welche Medien sich jemand bisher entliehen hat. Daraus lässt sich oft schon ein markantes Persönlichkeitsprofil erstellen. Je mehr Daten, desto besser kann ein Profiler virtuell in die Haut einer Zielperson schlüpfen und ihr Verhalten vorhersagen.
In den Schulen gibt es ja eine mindestens 20jährige Aufbewahrungsfrist für Klassen- und Abschlussarbeiten - angeblich als Sicherheit gegen juristische Reklamationen (Wer reklamiert noch nach 20 Jahren seine Schulzensuren?). Wer also bis etwa zum 40. Lebensjahr irgendwie das Interesse von Datensammlern/Ermittlern auf sich zieht, aus welchen Gründen auch immer, sollte vielleicht damit rechnen, dass seine alte Schule Besuch von diesen Leuten bekommt und seine Klassenarbeiten durchgesehen werden? Grafologisches Gutachten und natürlich inhaltlich die Art zu formulieren, zu denken.
Es geht bei dem Ganzen auch darum, Leute die sich Gesetzes konform verhalten, die man also mit den üblichen Repressalien nicht in den Griff bekommt, dennoch effektiv lenken und formen zu können, wohin und wie man sie haben will. Und zwar möglichst unsichtbar, also ohne Aufsehen zu erregen, unter dem Mantel des Alltags, hinter den Kulissen der Normalität. Um die Zielpersonen zu Marionetten zu machen, muss man die individuellen Anknüfpungspunkte herauskriegen. Abneigungen und Vorlieben, um die Zielpersonen gezielt zu ködern oder unter Druck zu setzen.
Gelingt es nicht, den Bürger so zu provozieren, dass man ihn in den Knast verfrachten kann, nimmt man ihn durch andere Methoden in die Zange. Zum Beispiel mittels des Medizinwesens. Vielleicht auch darum wird möglichst jeder Bürger irgendwie an den Medizinbetrieb (vulgo Gesundheitswesen) gebunden. Sei es durch regelmässige Diagnose- und TherapieIntervalle, und der Definition auch kleinerer Befindlichkeitsprobleme zu Krankheiten - auf dass jeder Bürger immer mal wieder in Kontakt mit einem Arzt kommt und dadurch als Person überprüfbar wird - ähnlich wie beim Auto TÜV, ASU und die Werkstattintervalle.
Und medizinische PatientenDaten haben es dann wahrscheinlich nicht mehr allzu weit bis zu Datensammlern und Ermittlern. Beispielweise in einer Universitäts-Klinik braucht es dazu wohl lediglich eine einzige ärztliche Kontaktperson. Es kann mir keiner erzählen, dass wenn ein staatlicher Ermittler so einen kooperationswilligen Arzt oder eine Ärztin telefonisch kontaktiert und um Informationen zu einer bestimmten Person bittet, dass nicht problemlos die Patientendaten aus dem medizinischen Datennetz (bundesweit) geschöpft und dem Ermittler in groben Zügen und auch Details zur Person und ihrer Lebensgeschichte genannt werden. Von dem Vorgang gibt es dann nichts Schrifliches, keine Belege, keine Zeugen. Aber die Ermittler haben bekommen, was sie wollen.
Frage: Was hindert zB eifrige Datensammler/Ermittler daran, womöglich privat einen unangreifbaren Server irgendwo auf Vanuatu oder so, zu mieten (*.de/vu) und dort über Bundesbürger Daten zu speichern, die hier nicht gespeichert werden dürfen oder hätten gelöscht werden müssen, und die sie selbst ermittelt oder aus dem System geschöpft haben? Ohne Computer und Internet vor noch wenigen Jahren undenkbar - heute machbar und preisgünstig.
Sonntag, Oktober 17, 2004
Nach Meinung des US-Wirtschaftpsychologen Paul Babiak würden in den Führungsetagen immer mehr Psychopathen beschäftigt, die ihre Untergebenen drangsalieren. Zynischerweise bedürfe jedoch die heutige Geschäftswelt gewissenloser Chefs, die vor harten Entscheidungen nicht zurückschreckten, so Babiak. „Ein Psychopath hat keine Skrupel einen Betrieb zu schließen.“
SZ vom 12.10.04 www.sueddeutsche.de
Gilt sicher auch für Ärzte, die als Teil der MachtElite der Deutschland-AG keine Skrupel haben, nach Gusto arbeitsfähige Bürger in Sozialfälle zu therapieren (Zigtausende Opfer von Ärztepfusch jedes Jahr). Die Ärzte kassieren - die Patienten und Sozialkassen zahlen. Die einen mit ihrer Gesundheit und EinkommensEinbuszen, die anderen mit ihren Beiträgen. Dass Ärzte mit ihrem destruktiven Tun die Sozialkassen ruinieren und auch damit den Betrieb Deutschland-AG zu Grunde richten, ist diesen Psychopathen doch egal.
Dienstag, Oktober 12, 2004
Montag, Oktober 11, 2004
Jeder Mensch braucht ein gewisses Mass an Einsamkeit
Mit den Wänden zu reden, hat nichts Befreiendes.
In der Einsamkeit findet der Mensch zu sich selbst. Darum verhindern totalitäre Regime, dass Menschen in Freiheit länger alleine sein können.
Den Betreffenden, von ihnen ungewollt, ständig die Rückmeldung der Gegenwart anderer Menschen zu geben, sei es durch Andeutungen, ständig beobachtet und gehört zu werden, ist eine Form der gewaltsamen Ent-Individualisierung von Menschen - also faschistoid. Fremdsteuerung soll nach und nach an die Stelle von Selbststeuerung treten. Die Protagonisten belegen ihre perfide Strategie sicher euphemistisch mit Vokabeln wie "soziale Einbindung" oder ähnlichem (siehe Euphemismen bei Orwells "1984").
Der Psychotest aus dem Krankenkassenheft versucht es mit Tücke, aber am Ende verrät er sich. »Trinken Sie gern mal ein Gläschen Alkohol?«, lesen wir da und machen unser Kreuz erleichtert bei »Nie«. Wir trinken Wein. Das macht einen neunzigprozentigen Unterschied. Vergleichen wir: Wein ist ein uraltes Kulturgut, das schon vielfältigste Verwendungen fand. Als Blut Christi, als Narkotikum in der Medizin, als Getränkereserve der Weltumsegler. Und Alkohol? Das ist eine Wissenschaftsvokabel aus dem 19. Jahrhundert für ein Zellgift ohne Geruch und Geschmack.
Vergleichen wir zuletzt noch die Zutaten: Wein besteht aus Trauben, Sonne, Erde, Holz, Hefe – und aus einem Gärungsabfallprodukt, das die Aromen entfaltet, dabei aber so wenig hermacht wie Zucker in der Marmelade. Alkohol ist eine in der Natur rein nicht vorkommende Droge, die selbst ihre Opfer nur gestreckt und parfümiert herunterbekommen.
Aus: http://zeus.zeit.de/text/2004/39/W-Glosse
„Deutschland als einer der größten und teuersten Pharma-Märkte ist ein gefundenes Fressen für Arznei-Fälscher“
Nicht alle Pharma-Experten möchten sich zu dem Thema äußern – manche fürchten die mafiösen Methoden der Fälscher. „Bereits fünf bis sieben Prozent aller Arzneien hierzulande sind falsch“, sagt ein Insider, der mehr als 40 Jahre in der Branche gearbeitet hat. Sein Fazit: Längst sind nachgemachte Arzneien nicht mehr nur ein Problem der Entwicklungsländer.
Aus der Süddeutschen Zeitung vom letzen WE
Zusätzlich ist interessant, dass dieses medizinische Vertuschungsgutachten auf einer Tagung des Berufsverbandes der Chirurgen am 4.3.2003 in Leipzig mit dem Thema: “ Der Chirurg als Sachverständiger im Kunstfehlerprozess“ zur Diskussion verwendet wurde. Völlig überrascht waren die Veranstalter, als der Autor dies Gutachten als typisches Vertuschungsgutachten bezeichnete, weil die Beinamputation bei der Patientin, wie oben dargelegt, wegen eines Kunstfehlers erfolgte, worüber Einigkeit bei den anwesenden Chirurgen herrschte. Die Veranstalter waren aber nicht bereit, Namen der Patientin oder das Aktenzeichen des Gerichtsverfahrens preiszugeben, um im nachhinein doch noch eine Entschädigung der Patientin zu erreichen und die universitären Gutachter zu belangen oder wenigstens anzuprangern.
Prof. Dr. Krug in seiner Dokumentation des Skandals sog. Vertuschungsgutachten, mit denen medizinische Behandlungsfehler von Gutachtern nicht aufgedeckt, sondern vertuscht werden.
Entnommen aus dem Vereins-Rundbrief I/2004 der BAG-Notgemeinschaften MedizinGeschädigter
www.bag-notgmeinschaften.de
Gesundheitlich fertig gemacht, zum Krüppel operiert und dann auch noch von universitären Gutachtern verachtet und um ihr zustehendes Schmerzensgeld und um Schadenersatz betrogen. Die Total-Entwürdigung: Von Ärzten gesundheitlich, finanziell und psychisch ausgebeutet - dem Gegenteil von Hilfe und Fürsorge - und die Solidargemeinschaft der Krankenkassen-Beitragszahler abgezockt, weil der ÄrztePfusch genauso honoriert wird, wie gute medizinische Leistung. Und schliesslich ist die Patientin ja auch noch erwerbsmäszig behindert, findet womöglich keinen Job, wird also durch Ärzte zum Sozialfall. Viel und lebenslanges Leid für die junge Frau und ihre Angehörigen, hohe Kosten für die Solidargemeinschaft - weil Ärzte den Anforderungen ihres Berufs charakterlich nicht gewachsen sind und man sie gewähren lässt. Und selbst als ein Insider all die Fehler aufdeckt und Zustimmung durch die Kollegen bekommt, verweigert man der entwürdigten und ausgebeuteten Patientin den Ausgleich.
Nach meinen persönlichen Erfahrungen und Informationen, scheinen VertuschungsGutachten der Normalfall zu sein - seriöse Gutachten die leider seltene Ausnahme.
Samstag, Oktober 09, 2004
Fühlten Sie sich in New York beengt?
In New York habe ich in einem Appartment in der Nähe eines Parks gewohnt. Ich bin dort jeden morgen sehr früh aufgestanden, um die Eichhörnchen zu beobachten. Sie müssen wissen: Ich bin auf meine alten Tage ein sehr einfacher Mann geworden. Meine Neighbourhood war schön, als ich dahingezogen war. Viele Junkies, Kriminelle, Schwarze - ich mag eine solche Gesellschaft. Aber nach und nach zogen da immer mehr Leute wie ich dahin. Popstars, Prominente, Fernsehleute. Ich hab es nicht mehr ausgehalten. Ich musste da weg.
Iggy Pop im Interview mit dem AlertMagazin:
http://www.alertmagazin.de/alert.php?issue=6&content=fa_pop
Donnerstag, Oktober 07, 2004
ZEIT: Was haben Sie zurzeit für einen Eindruck von Oskar Lafontaine?
Leinemann: Das ist wirklich trostlos. Ich habe selten so etwas Trauriges, beinahe Anwiderndes gesehen wie seinen Auftritt bei dieser Montagsdemonstration in Leipzig.
ZEIT: Er war für viele mal ein Hoffnungsträger.
Leinemann: Sicher, auch für mich persönlich. Und ich dachte, durch das Attentat sei er menschlich gereift. Stimmte aber nicht.
An die Stirn fassend: Menschliche Reifung, weil jemand Opfer eines Verbrechens wurde.
Zum Trauma noch die Erwartungshaltung, danach ein besserer Mensch sein zu müssen.
Und wie praktisch: Attentate verüben, auf dass das Opfer hinterher, wenn schon nicht tot, dann wenigstens ein besserer Mensch wird.
Der Zwang, im Negativen noch unbedingt was Positives zu sehen, wenn's der eigenen Bequemlichkeit und Harmoniesucht dient, treibt echt perverse Blüten.
Dienstag, Oktober 05, 2004
Gestern in Report aus Mainz lief ein Bericht über Pflegenotstand am Beispiel Demenzkranker.
Eine Frau hat ihren Demenz kranken Mann bei sich zu Hause, bewältigt mit ihm den Alltag. Sie selbst geht nebenher noch Teilzeitarbeiten. Beide mitleren Alters von eher typischem, schlecht aussehenden Gesundheitszustand.
Gezeigt wurde eine Szene mit beiden am Esstisch, der Mann leckt wie ein kleines Kind den Teller ab. Beim Anblick dessen, was die Leute auf den Tellern hatten, wunderte ich mich nicht mehr, dass der Mann krank ist - bei so einer Kost, würden vermutlich noch viele andere Menschen Demenzkrank werden:
Durchgekochte mehlige Salzkartoffeln, in denen vermutlich nicht ein VitaminMolekül zu finden ist, dazu MuskelfaserBraten, sicherlich auch ohne jeden physiologischen Wert, und das Ganze umflossen von brauner Sosse, die dem Organismus mehr schadet als nützt, und als Gemüse vielleicht totgekochtes Sauerkraut oder ähnlich. Neben dem Teller ein 1LiterMasskrug Bier. Wer sich so ernährt, darf sich über schwere Krankheiten nicht wundern.
Manchmal können Lösungen so einfach sein. Ich finde es traurig, dass die Leute sich mit einem schweren Schicksal herumschlagen, dass ihnen in Zukunft vielleicht noch viel mehr Kümmerniss und Leid bringt - während sie mit ein bisschen Bildung und Aufklärung im ErnährungsBereich, mit einer einfachen ErnährungsUmstellung oder -Ergänzung, womöglich viele schwere Sorgen weniger bekämen.
Häufig schaffen Krankheitssymptome grade die Voraussetzungen, um sich für das Bessere zu öffnen. Wegen seiner Demenz verhält der Mann sich wie ein Kind und ist vielleicht auch so offen wie ein Kind, was genutzt werden könnte, für eine gesündere Ernährungsumstellung. Denn meist gibt es ja bei älteren Leuten eine starke Ablehnung gegen jede Veränderung ihrer Essgewohnheiten. Die Demenz könnte das Tor sein, für Verbesserungen. Warum schickt die Krankenkasse den Leuten keinen Ernährungsberater? Sicher, es mag da für vieles zu spät sein und gesunde Ernährung ist auch kein alleiniges Allheilmittel. Aber für alles ist es sicher nicht zu spät, und man sollte allgemein mehr auf dem Sektor tun und früher damit anfangen.
Sicherlich gibt es auch starke Kräfte dagegen: Ärzte, die an solchen chronisch Kranken dauerhaft verdienen wollen, PharmaFirmen und Heime, die mit solchen Pflegefällen Kasse machen wollen. Aber das sind keine seriösen, legitimen Interessen. Weil es Geld für Elend ist, nicht Geld für gutes Leben.
Montag, Oktober 04, 2004
die demokratische Systemkritiker total observieren und die Inhalte dann auch noch via Internet frech und kaltschnäuzig dem hilflosen Opfer unter die müden Augen reiben.
Solch' feige Ferkel agieren im Dunkeln oder versteckt in der Gruppe. Offene und faire Begegnungen scheuen sie, wie Dracula das Licht. Seelische ZersetzungsTechnik, typisch für Diktatur oder Demokratur. Was wollen solche Arschlöcher erreichen?
Achja - der Bürgerrechtler soll sich nie sicher fühlen.
Russland? China? Nein - Deutschland.
Im gleichen Verhältnis wie menschliche Ethik und Moral fortschreitet, erodiert das Gewissens etlicher Leute.
Update: Stelle grade (wieder) fest, die Spam-Mails in meiner Box beziehen sich thematisch nicht nur auf Themen/Seiten, die ich im Netz ansurfe, sondern auch darauf, was ich mir im TV, Radio oder am Telefon als Thema raussuche!
Und als ich neulich im Blog eines Admin las, sein Server sei ausgefallen, da hatte ich hier tatsächlich an genau dem Tag auch keinerlei Spam-Mails in der Box.
Ich hatte zwar schon lange vermutet, dass der manipulative, suggestive und Viren-Müll aus eben dieser BloggerRichtung kommt - insofern ist es lediglich aber immerhin eine weitere Bestätigung meiner Vermutung.
Wer bezahlt diese organisiert bloggende Ferkel-Bande?
Zersetzungs-Blogger im Auftrag einer politischen oder sonstigen Elite? Partei-BlogSturmtruppen? Bloggende RegierungsSchutzStaffel?
Oder bestallt und protegiert von BKA, VerfassungsSchutz oder sonstiger para-staatlicher Organisationen? Eine Achse des Bösen: München - Düsseldorf?
Um faschistoide Verbrecher-Ärzte rechtstaatlich zur Rechenschaft zu ziehen, ist kein Geld und kein Strafverfolgungs-Interesse da. Aber um einen Regimekritiker und Ankläger seelisch zu zersetzen, durch permanente Observation und durch med. ZwangsUntersuchung - dafür ist Geld und Motivation im Überfluss vorhanden. Ich kann gar nicht soviel kotzen, wie mir schlecht ist. Rechtstaat? Ein faschistoider Witz auf Kosten ehrlicher Demokraten.
Gesundheitswesen? Ein Rudel reissender grauer Wölfe im weissen Schafpelz hält sich die Bevölkerung als Nutzvieh. Meine Wahrnehmung und Meinung.
Freitag, Oktober 01, 2004
Die "Nemesis der Medizin" war bei ihrem ersten Erscheinen im Jahr 1975, damals unter dem Titel "Die Enteignung der Gesundheit", Schock und Provokation zugleich. Dabei hatte Illich nichts anderes getan, als einer ausufernden und krebsartig wuchernden Gesundheits- und Medizintechnokratie den Spiegel vorzuhalten. Detailreich und mit kritischer Brillanz wird gerade auch dem medizinischen Laien gezeigt, wie die verschiedenen Interessengruppen, wie Ärzteschaft, Pharmaindustrie und die sie begleitende Ideologie den Patienten zum süchtigen Verbraucher und die Medizin zum Verbrauchsgut werden lassen. Entfremdet von der natürlichen Erfahrung von Gesundheit, Krankheit und Tod, deren Definition wir lieber den Ritualen der Ärzteschaft vorbehalten, sind wir so dem Irrglauben verfallen, der Mensch sei vollständig reparabel.
Montag, September 27, 2004
Sogenannte Leistungsträger fordern immer mal wieder ein konsequentes Vorgehen gegen sog. Sozialschmarotzer.
Wenn ich mir vergegenwärtige, dass es in Deutschland jährlich etwa 40 000 Fälle von ÄrztePfusch gibt, also viele Menschen, die durch grobe ärztliche Fahrlässigkeit oder Vorsatz zu zeitweiligen oder dauerhaften Sozialfällen werden, dann missbrauchen Ärzte für ihre eigenen Dummheiten und/oder Vorteile nicht nur ihre Patienten, sondern auch die Sozialkassen.
Zur Rechenschaft gezogen werden idR aber nicht etwa die "sozialschmarotzenden" schlampigen oder gar kriminellen Mediziner. Es gibt sogar besinnungslose Leute, die hauen drauf auf geschädigte Patienten, die sollen gefälligst die Reste ihrer Existenz zusammenraffen, ihren Hintern hoch bewegen und sich ins Arbeitsleben eingliedern. Volkssturm-Mentalität.
Unter allen ärztlichen Schlichtungsstellen hierzulande herrscht bei der SchlichtungsStelle der bayerischen Ärztekammer die niedrigste Quote der Anerkennung von Patienten-Ansprüchen auf Schadenersatz und Schmerzensgeld.
Ich lese grade die Untersuchung des bayerischen Mediziners Prof. Dr. med. Arno Krug, zur Seriosität von ärztlichen Gutachten. Er nennt es Vertuschungsgutachten, schildert hanebüchene Zustände und spricht selbst von einem Skandal.
Die Patientin überlebte wie durch ein Wunder die Folgen einer einfachen Gallenblasenentfernung. Allerdings musste sie 50 Tage lang auf der Intensivstation unter künstlicher Beatmung und Luftröhrenschnitt behandelt werden. Anschliessend war noch eine 5-wöchige Behandlung auf einer chirurgischen Normalstation nötig, ehe eine mehr-monatige Rehabehandlung angeschlossen werden konnte.
5 chirurgische Hochschullehrer, davon 2 Direktoren von Universitätskliniken finden es ganz normal, wenn die Behandlung eines harmlosen Abszesses nach einer Gallenblasenentfernung zu derartigen Komplikationen führt und Kosten von über 100.000 DM verursacht.
Bei einer richtigen Behandlung wäre die Patientin nach 10-14 Tagen gesund nach Hause gegangen bei Kosten unter 5.000 DM.
(Aus einem Vortrag am 17.07.2004 in Rosenheim bei der Notgemeinschaft Medizingeschädigter in Bayern - Patient im Mittelpunkt- e.V.)
http://www.bag-notgemeinschaften.de/aktuell/aktuell.html
Sowas ist kein Einzelfall. Ganz im Gegenteil.
Wie wäre es, wenn sog. Leistungsträger mal an dieser Stelle vor der eigenen Haustür aktiv gegen solche "Sozialschmarotzer" vorgehen würde? Und zwar sowohl vorbeugend als auch heilend. Also dafür sorgen, dass ärztliche Arbeit seriös wird und gar nicht erst Patienten zu Schaden kommen. Und wenn es passiert ist, dann die ärztlichen Gold-Nasen zur Kasse bitten - auf dass die Solidargemeinschaft und die geschädigten Patienten wenigstens finanziell entlastet werden.
Allein der o.g. Fall von ÄrztePfusch hatte der Solidargemeinschaft also etwa 100 000 DM unnötigerweise gekostet.
Wenn man mal bescheiden einen Schnitt von nur 10% dieser Summe annimmt, also etwa 10 000 DM unnötige Kosten bei den o.g. 40 000 Fällen, dann kommt man auf eine jährliche Last von 400 Mio. DM unnötige Kosten für die Sozialkassen.
Verursacht von akademischen Leistungsträgern und angeblichen Gesundmachern (Ärzten), die sich diese Summe in die eigenen Taschen "erpfuschen". Eine Hand wäscht die andere.
Solange Gutachter, Gerichts-Juristen und Politiker solche Praktiken unterstützen, geht dieser Wahnsinn weiter. Naja, und last but not least ist natürlich auch jeder Bürger zum Widerstand gegen solche Zustände und Praktiken aufgefordert.
Samstag, September 25, 2004
James Surowiecki, Journalist beim "New Yorker" Magazin, ist zur Ehrenrettung der Menge angetreten.
Bei seinen Recherchen sei ihm auf einmal klargeworden, dass Gruppen unter den richtigen Voraussetzungen, wenn sie gut gemischt und ihre Mitglieder unabhängig sind, bessere Entscheidungen treffen können als einzelne, egal wie klug die sind.
Niemand möchte auf Spezialisten verzichten, wenn es ums Fliegen oder um die eigene Gesundheit geht. Doch selbst bei Ärzten wäre manchmal mehr tatsächlich mehr. "Wenn man Ärzte unabhängig von einander um die Diagnose von zehn Röntgenaufnahmen bittet", so Surowiecki, "kann man zum einen feststellen: Die Ärzte widersprechen sich, sie kommen oft zu verschiedenen Ergebnissen. Erschreckender aber ist: Wenn man einen Arzt zehn Röntgenbilder analysieren lässt und ihm ein paar Tage später die gleichen Bilder gibt, aber in einer anderen Reihenfolge, kommt er in etwa 20 Prozent der Fälle zu einer anderen Diagnose. Das ist ziemlich beängstigend. Bei einem Ärzte-Team würden die Chancen auf eine richtige Diagnose deutlich steigen."
Dass die Weisheit der Massen ihre Grenzen hat, räumt auch Surowiecki ein.
Den größten praktischen Nutzen seiner Theorie sieht Surowiecki für Wirtschaft und Politik. Unternehmen könnten viel erfolgreicher sein, wenn sie nicht allein auf die Weisheit ihrer Chefs vertrauen würden, sondern das kollektive Wissen ihrer Angestellten nutzen würden. Teamarbeit, bei der nicht Kompromisse gefragt sind, sondern die ehrliche Meinung des Einzelnen: "Ich meine wirklich eine Gruppe, in der jeder einzelne sein bestes gibt, um ein Problem zu lösen", sagt Surowiecki. "Die jeweiligen Vorschläge müssen dann ausgewertet und zu einer Einzel-Lösung zusammengefasst werden. Der Schlüssel dazu ist: Die Leute müssen unterschiedliche Meinungen haben und wirklich unabhängig voneinander sein. Diese Bedingung ist am schwersten zu erfüllen."
Surowiecki hofft, "dass das Buch dazu beiträgt, dass wir weniger Zeit mit der Suche nach heroischen, visionären Einzelhelden verschwenden. Dass wir begreifen, dass wir unter den richtigen Bedingungen, und die herrschen öfter als viele glauben, wirklich die Intelligenz von ganz normalen Leuten in Organisationen und Unternehmen "anzapfen" können."Die Weisheit der Massen" ist ein Buch nicht ohne Schwächen. Doch Surowiecki zeigt mit vielen faszinierenden Beispielen, dass wir zusammen weitaus cleverer sind, als bislang vermutet, auch wenn die Topverdiener in den Chefetagen das sicherlich nicht gerne hören.
Wobei ich eine Überlegung interessant fände, ab wann im obigen Sinne unterschiedliche und unabhängige Menschen, als Mitglieder einer Gruppe oder als Einzelkämpfer betrachtet werden. Auf diverse Art und Weise ist ja auch ein Einzelkämpfer Mitglied - mehr oder weniger real oder virtuell - einer oder mehrerer Gruppen. Nur eben auffallend unabhängig.
Schon damals in der Schule im Biologie-Leistungskurs hat mich der Teilbereich Verhaltensbiologie sehr fasziniert. Quasi eine Vorstufe zur oder eine archaische Schnittmenge mit der Psychologie.
Der ganze Kulturzeit-Artikel auf 3sat: http://www.3sat.de/SCRIPTS/print.php?url=/kulturzeit/lesezeit/70732/index.html
Donnerstag, September 23, 2004
wird seit längerem beklagt und durch Hartz vermutlich noch schlimmer werden.
Warum als Ausgleich nicht sowas wie eine SchulSpeisung einführen? So in der Art eines gemeinsamen KlassenFrühstücks oder MittagEssens. Das könnte womöglich gleich mehrere Probleme lösen:
- Dem Problem der Kinderarmut könnte in einem Kernbereich ein bisschen die Schärfe genommen werden, ohne die individuellen Sozialleistungen zu erhöhen.
- Gemeinsames zubereiten und essen schafft eine gemeinsame Basis in der Klasse, entschärft Konflikte zwischen Schülern, sodass womöglich ein Schulpsychologe oder Sozialarbeiter eingespart werden kann.
- Das gemeinsame Essen könnte eine so hohe Attraktivität bei den Schülern geniessen, dass es weniger Schulschwänzer und Zuspätkommer gibt - also weniger Polizeieinsätze und weniger Störung des Unterrichts durch laufend neu eintrudelnde Schüler, also wieder ein flüssiger Unterricht.
- Ein leerer Bauch studiert nicht gern - nach einem gemeinsamen Frühstück oder Mittagessen lernt es sich bestimmt für alle besser.
- Die Schüler lernen gesunde Ernährung, mithin also elementare GesundheitsPflege, was sofort den Schülern und später dem Gesundheitswesen zu Gute kommt.
- Wenn dazu womöglich noch gemeinsames Einkaufen gehört, dann lernen die Schüler gleich nebenbei auch noch praktische Ökonomie, Umgang mit Geld, kritisches Konsumverhalten - was dem heutigen MissStand zuvieler überschuldeter und verwahrloster Haushalte für die Zukunft entgegen arbeiten würde.
- Die laut PISA verfehlte deutsche Verteilung der BildungsGelder - zuviel für die ohnehin privilegierten Gymnasien, zuwenig für die Grundschulen - könnte endlich sinnvoll umgekehrt werden.
Mittwoch, September 22, 2004
Als ich vor Jahren mal in einer Filiale meiner Bank ein Problem mit einem der Terminals hatte und mich an eine Sachbearbeiterin wandte, war ich ziemlich angetan von der strahlenden Lebendigkeit und ausgeglichenen Freundlichkeit dieser Frau. Als ich sie darauf ansprach, bzw. ihr das Kompliment machte, sagte sie, dass sie nur halbtags tätig sei, wegen Mutterschaftsurlaub und sie sei ihrem Arbeitgeber dankbar, dass das möglich sei.
Ich habe diese äusserst angenehme Person nie wieder in dieser und auch nicht in der anderen Filiale gesehen. Keine Ahnung warum. Wahrscheinlich weil Gutes bekanntlich nach kürzester Zeit verschwindet.
ist nicht unbedingt preiswert. Preiswert klingt nur besser. Auch Teures kann seinen Preis wert sein und Billiges kann wertlos, also nichtmal seinen geringen Preis wert, sein. Preiswert sagt also eigentlich nichts über die Höhe des Preises aus, sondern eher über die Person, die den Begriff benutzt. Sie will damit sagen, dass sie bescheiden ist und gut mit Geld umgehen kann - auch wenn's vielleicht gar nicht stimmt.
Samstag, September 18, 2004
Buch: Torheiten + Trugschlüsse in der Medizin
Aus diesem vorzüglichen Buch von Petr Skrabanek und James McCormick - beide selbst Ärzte - habe ich ein paar Zeilen abgetippt:
"Sprichst du mit Gott, dann betest du; spricht Gott mit dir, dann giltst du als schizophren."
"Psychische Erkrankungen werden meist auf der Grundlage ungewöhnlicher, inakzeptabler oder "abweichender" Verhaltensmuster diagnostiziert.
Ungewöhnliche Traurigkeit heisst Depression, ungewöhnliche Besorgtheit Angstneurose, ungewöhnliche sexuelle Betätigung Perversion, ....
Im gewissen Sinne ist die Psychiatrie die anerkannte Methode zur Kontrolle abweichenden Verhaltens.
"Nicht immer ist klar, ob unerwünschte Verhaltensweisen vorsätzlich (verdorben) oder unwillkürlich (verrückt) sind. Bisweilen erscheint die Entscheidung darüber, ob ein Mensch ins Krankenhaus oder ins Gefängnis eingesperrt wird, weitgehend zufällig. Tatsächlich gibt es viele unglückliche Menschen, die beides am eigenen Leib erfahren haben."
In einem Leitartikel im Lancet 1976 wurde die Frage "Ist Trauer eine Erkrankung?" erörtert und folgender Schluss gezogen:
"... der wichtigste Grund, die Trauer als eine Erkrankung zu betrachten, besteht darin, dass sie dadurch zu einem legitimen Gegenstand medizinisch-wissenschaftlicher Untersuchungen würde ...
"Jemand beschrieb im Jahre 1943 psychopathologische Diagnosen als einen "modernen Ersatz für moralische Normen und Urteile".
Verhaltensweisen, denen keine Mehrheit frönt und die der Staat nicht befürwortet, werden für psychopathologisch erklärt. Die Übertragung von bürgerlich-moralischen Vorstellungen auf medizinische Diagnosen geschieht in den meisten Fällen versteckt, allerdings scheint bei genauerer Betrachtung die zugrunde liegende sittliche Haltung durch. Der Missbrauch der Psychiatrie in der Sowjetunion zur Gängelung der Dissidenten ist zwar berüchtigt, aber keineswegs ein Einzelfall."
"Die Einteilung von Erkrankungen ändert sich ständig. Neue Krankheiten werden entdeckt und alte fallen gelassen. Da Diagnosen nicht durch strenge Kriterien bestätigt werden müssen, läuft besonders die Psychiatrie Gefahr, Krankheiten zu erfinden.
Nur wenige wissen heute, was unter dem Begriff Drapetomanie zu verstehen war ("drapeta" = entlaufener Sklave). Diese Krankheit grassierte im letzten Jahrhundert unter schwarzen Sklaven im Süden der vereinigten Staaten. Das Hauptsymptom war "unwiderstehlicher Drang wegzulaufen". Dieses Verhalten wurde als völlig unvernünftig angesehen. "Vom Weissen zur Arbeit gezwungen, vollführt er die ihm zugeteilte Aufgabe ungestüm und unachtsam. Er tritt die Pflanzen, die er pflegen soll, mit Füssen oder schneidet sie mit seiner Hacke durch, er zerbricht seine Werkzeuge, und alles, was er anfasst, macht er kaputt."
Latinismen und Gräzismen verleihen zweifelhaften Begriffen Substanz. Agoraphobie (agora = Versammlung oder Marktplatz), die Angst, auf der Strasse zu gehen; Klaustrophobie (claustrum = geschlossener Raum), die Angst, eingeschlossen zu werden; Thanataphobie (thanatos = Tod) die Angst vor dem Sterben. Griechisch-Kenntnisse sind bei der Beschreibung neuer Erkrankungen besonders wertvoll: Silurophobie, die Angst vor Katzen; Kynophobie (häufig bei Briefträgern), die Angst vor Hunden; Arachnophobie, die Angst vor Spinnen; Iatrophobie (durchaus verständlich), die Angst vor Ärzten; Ergophobie, die Angst vor der Arbeit; oder Phobophobie, die Angst vor der Angst.
Es liegt uns fern zu behaupten, dass Menschen, die überängstlich sind oder in gewissen Situationen unruhig werden, kein echtes Problem hätten; auf der anderen Seite muss ein solches Problem noch lange keine "Krankheit" sein."
Einschub vom Blogger: Grade vor ein paar Tagen berichtete ein seriöses TV-Politmagazin, dass die Deutsche Telekom damals beim Übergang vom Staatsbetrieb zur Aktiengesellschaft massenhaft Beamte loswerden musste und darum viele zwischen 30 und Mitte 40 Jahren, medizinisch auch gegen ihren Willen begutachtet und mit ärztlichen Diagnosen wie zB "Grübelzwang" in Frührente geschickt wurden. Geh' mir los mit Ärzten.
Ein letzter Abschnitt aus dem o.g. Buch:
"Im British Medical Journal erscheint seit längerem eine Kolumne, in der eine Art Lebensberatung aus zweiter Hand betrieben wird. Dort geben Experten Ratschläge bei schwierigen Problemen, mit denen Ärzte konfrontiert werden, wobei man bisweilen den Eindruck hat, dass es sich eigentlich um die eigenen Probleme der Ärzte handelt, die aber Patienten zugeschrieben werden.
Eine Frau, 29 Jahre alt, hat sich schon immer vor Krankenhäusern, Ärzten und Krankenschwestern gefürchtet. Sie fürchtet nicht die Schmerzen, Unbequemlichkeiten oder diagnostischen Masznahmen usw., sondern die Macht, die Ärzte und Krankenschwestern über sie ausüben. Sie ist sich sehr wohl im klaren darüber, dass ihre Angst übertrieben ist, kann sie aber nicht überwinden. Welche Behandlung würden Sie vorschlagen?
Der Experte bietet folgenden Trost an: "Die Phobie dieser Frau sollte am besten durch eine direkte Konfrontation mit der Situation behandelt werden ... es wäre bei dieser Patientin vielleicht das beste, zumindest anfänglich wöchentliche therapeutische Sitzungen durchzuführen...."
Angst vor Ärzten und trotzdem gesund? Aber nein! Die Iatrophobie erfordert eine professionelle Behandlung."
Dienstag, September 14, 2004
(Ode aus dem Leben eines Chefarztes?):
Geld Knete Kohle
Geld, Knete, Kohle und Moneten
Franken, Dollar, D-Mark und Peseten
Sloty, Rubel, Gulden und Dinar
Moos, Cash, Asche, Pinke-Pinke ah
Ist das öde, so viel Geld zu haben
weil ich mir einfach alles leisten kann
zum Relaxen auf die Malediven fliegen
bei Schnorchelpausen kann ich auf meiner Yacht ’rumliegen
Ich habe Autos, verschiedene Sorten
Wochenendvillen an verschiedenen Orten
ich habe meinen eigenen Innenarchitekt
hab 'n Butler, der mir das Tischlein deckt
Ich kann die tollsten, supersten Frauen kriegen
die sich um mich reißen und an mich schmiegen
jung, knackig, alle von Adel
ich schlürfe Champagner aus ihrem Nabel
Ich kann vor Geld kaum laufen
meine Gene sind aus Gold
ich kann mir alles kaufen
ach, ich hab's mir schon geholt
Ich verdiene mich dumm und dämlich
mit jedem Tag noch mehr
doch es bedeuted mir so wenig
mein Leben ist so leer
Manchmal fahr ich in ein fremdes Land
und kaufe mir nen Kunstgegenstand
zu Hause hab ich jede Menge Antiquitäten
zu Hause bin ich in mehreren Städten
Habe Aktien und Wertpapiere
und selbst, wenn ich deren Wert halbiere
verdiene ich im Schlaf immer noch jede Menge Scheine
aber tief in meinem Innern bin ich ganz alleine
Neulich war ich essen mit Gunilla von Bismarck
Elton John hat gesungen, weil die das mag
die ganze Zeit das Klaviergedudel
und dann auch noch Elton Johns schwuler Pudel
Danach war ne Party bei Claudia Schiffer
mit Dennis Hopper, dem alten Kiffer
und ich hielt mir Naomi Campbell vom Leib
denn Sex ist ein billiger Zeitvertreib
Ich kann vor Geld kaum laufen
meine Gene sind aus Gold
ich kann mir alles kaufen
ach, ich hab's mir schon geholt
Ich verdiene mich dumm und dämlich
mit jedem Tag noch mehr
doch es bedeuted mir so wenig
mein Leben ist so leer
Es ist so schwer und unerträglich zu ertragen
all diese erfüllten Wünsche zu haben
und dann noch all diese verwirklichten Träume
ich hab 'n Garten voller Bonsaibäume
hab 'n Zierfischteich, der ist zierfischreich
In schlaflosen Nächten sitz ich vor dem Kamin
und frage mich: hat mein Leben noch einen Sinn
ich hab nachgedacht und kam zu dem Entschluss
dass ich wohl damit leben muss
Sonntag, September 12, 2004
Montag, September 06, 2004
"Auftragskiller laufen frei herum, Mafiapaten bleiben unbehelligt: Hat die Polizei den Kampf gegen die organisierte Kriminalität tatsächlich aufgegeben? Der Journalist Jürgen Roth behauptet: Ja.
Deutschland sei unter die Räuber gefallen, sagt einer der renommiertesten investigativen Journalisten.
Ein politischer Skandal. Roths Vorwurf: Einige Kriminalitätsformen würden bewusst nicht mehr verfolgt. Politische und wirtschaftliche Eliten seien so eng verflochten, dass Aufklärung unmöglich gemachtwerde. Und das alles, glaubt Roth, sei politisch gewollt.
Fehlende Zukunftsperspektiven, kulturelle und soziale Verelendung arbeiteten mafiösen Strukturen in die Hände.
So fragt Roth: Wie stark ist unsere Gesellschaft von subversiven Strukturen unterwandert? Wie gefährlich können sie unserer Demokratie werden?
Soweit aus dem Online-Text der Kulturzeit auf www.3sat.de
Na immerhin tut er noch so, als hielte er dieses System noch für eine Demokratie.
Im TV-Interview sprach Roth aber auch von den korrumpierten Medien resp. Journalisten, die bei dieser Plutokratie mitmachen und daran partizipieren.
"Angstgefühl kann auch zurückgehen, wenn eine Situation weiterhin schlecht bleibt - und zwar dann, wenn Ungewissheit in Gewissheit umschlägt. Die Menschen sind sozusagen erschöpft von ihrer Angst und schalten auf „Autopilot". Dabei erhöhe sich jedoch das Risiko für die Entwicklung von Langzeitstörungen, denn Angst und Aggression seien eng verknüpft."
Aus der Süddeutschen vom 08.September, www.sueddeutsche.de
Samstag, September 04, 2004
Deutlich erhöhtes Risiko für eine geistige Beeinträchtigung im Alter sowohl bei den Teilnehmern, die in der Vergangenheit häufig getrunken hatten, als auch bei denen, die Alkohol überhaupt nicht anrührten.
Meldet www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,druck-316424,00.html
Schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, scheint es, einem Arzt klar zu machen, dass der Patient die rigorose Aversion seines eigenen Körpers gegen Alkohol, selbst als Krankheit empfindet / interpretiert, weil er zuvor Jahre lang gelegentlich Alkohol genossen hatte. Der Arzt findet es völlig in Ordnung und gesund, dass der Patient Aversionen gegen jede Form von Alkohol verspürt.
Obwohl medizinische Forschung seit längerem immer wieder herausfindet, dass völlige Abstinenz gesundheitlich ähnlich bedenklich ist, wie zuviel Alkohol. Abstruserweise könnte man also auch Abstinenz als selbstschädigendes Verhalten bezeichnen. Aber sowas wird vermutlich jeder Arzt ignorieren, also keinen Krankheitswert erkennen, obgleich subjektiv und objektiv einer gegeben ist.
Warum tut der Arzt das? Weil er Forschungsergebnisse nicht kennt oder ignoriert? Weil er anderen den Genuss oder eine bessere Gesundheit nicht gönnt? Weil er alle Patienten über einen Kamm schert, mit Leistungsträgern, die ihre TotalAbstinenz für zivilisiert und gesund halten? Weil er ein steriler Saubermann im weissen Kittel ist, dem alles Irrationale, Emotionale, Unkontrollierbare ein Greul ist? Oder weil er weiss, dass völlige Abstinenz das Pendant zum AbUsus ist? Mithin aus Arzt-geschäftlicher Sicht eine bessere Chance besteht, dass ein/e Abstinzler/in bei einer Krise dann zur Alkoholikerin wird, die er in ärztliche Obhut nehmen kann, als dass es mit jemandem passiert, der Alkohol in angemessenen Mengen zu genieszen weiss.
Freitag, September 03, 2004
Fragt ein Schweizer Magazin und lässt die Leser abstimmen:
http://www.facts.ch/dyn/magazin/wochenfrage/411190.html
"Gesetze, Erlasse, Verordnungen dienen im Grunde zwei Zwecken: Sie stellen klar, welche Kompetenzen der Staat und seine Beamten haben. Und sie regeln das Zusammenleben der Bürger. Doch der heutige Selbstbeschäftigungsstaat ordnet Konflikte, die es nicht gibt. Patriarch Staat mischt sich in Fragen ein, die ihn nichts angehen."
"Der Ruf nach weniger Staat und mehr Selbstverantwortung ist allgegenwärtig – das Gegenteil aber ist Realität. Der bürokratische Staat von heute ist ein monströses Paradox"
"Der Bürger reagiert sauer. Er wendet sich ab in kleinere und grössere Illegalitäten – gesetzestreu kann sowieso niemand mehr sein."
Genau ins Schwarze. Die wirklich staatlichen Aufgaben werden vernachlässigt und gemieden. Der Staat geht eben auch bevorzugt den Weg der Bequemlichkeit.
Dienstag, August 31, 2004
"Die Vernachlässigung des Sozialen und eine Überbetonung des Biologischen im Medizinstudium dürften Gründe dafür gewesen sein, dass Ärzte sich mehr als andere zur NSDAP hingezogen fühlten." Sagt heute ein ehemaliger Arzt der Nazizeit.
Aber: Sophie Scholl, die bekannteste und eine heftige Widerständlerin gegen das Nazi-Regime, war Studentin der Biologie, war also mit einer vergleichsweise hohen "Dosis" damaliger "Biologie" konfrontiert.
Und: Das "Soziale" steckt doch sehr betont im Namen "NationalSozialisten" und war auch dienlich für das Bild vom "gesunden Volkskörper".
"Wer hier nach Antworten sucht, erfährt rasch, dass er sich auch 60, 70 Jahre danach in einer Tabuzone bewegt."
Es scheint mir nicht "das Soziale" zu sein, dass vor den Ungeheuerlichkeiten einer Nazi-Ideologie schützt/e, sondern im Gegenteil der Respekt vor dem Menschen als Individuum.
Im Sozialen steckt auch wieder etwas Erstickendes, Unterdrückerisches, wie Formulierungen zeigen, vom "sozialverträglichen Früh-Ableben" oder jemand sei "sozial-inkompatibel" oder "a-sozial", was seinerzeit staatlich bestellter oder gedeckter Mord bedeuten konnte, mit Ärzten als Ausführende ...
Mir scheint, es kommt darauf an, aus welcher Wahrnehmungsrichtung man sich der Realität einer Gesellschaft nähert: Von der Masse als Basis her, den möglichen Wert des Einzelmenschen partiell wahrnehmend und akzeptierend - aber immer von seiner Einbindung und Nützlichkeit für die Gesellschaft als Maszstab ausgehend.
Oder immer erst den Einzelmenschen sehend, der mit vielen anderen Individuen zusammen eine Gesellschaft bildet. Also quasi die Gesellschaft als zu regelnder Überbau des Individuums, als das eine Bild, und das andere wäre die Gruppe, die Masse, die Gesellschaft als NutzHerde, die manche für sich vernsuchen zu nutzen und wo der Einzelmensch sich diesem Nutzwert unterordnen muss - ansonsten wird er untergeordnet oder aussortiert und isoliert.
Die beiden zitierten Sätze sind von www.freitag.de vom 21.11.2003
Sonntag, August 29, 2004
Ärzte bekommen nur Geld, wenn wir Bürger krank sind, nicht aber für unser Gesundsein.
Der übermächtige Part beim Arzt-Patient-Kontakt ist nicht der Patient, sondern der Arzt.
Also sind die finanziellen Interessen mächtiger als die gesundheitlichen Interessen.
Wie kann man diese widerstrebenden Interessen möglichst so aus-balangzieren, dass sowohl die Patienten so gesund wie möglich bleiben oder werden können und dennoch die Ärzteschaft ihr Ein- und Auskommen hat?
Bislang spielt es für die Honorierung des Arztes ja keine Rolle, wie zufrieden der Patient mit der ärztlichen Dienstleistung ist.
Der Arzt rechnet genormte Dinge ab - wie zB GeräteNutzung, Gesprächs-FixZeit und so weiter.
Wohl jeder Mensch weiss das und denkt so - und auch laut WHO-Definition gehören zur Gesundheit auch so weiche Faktoren, wie perspönliches und soziales Wohlbefinden.
Ärztlicher Dienst an der Gesundheit ähnelt im Kern eher der Tätigkeit der LeistungsErbringer in der Gastronomie, wie zB der Arbeit des Kochs, der sowohl ein wohlschmeckendes als auch gesundes Essen zubereiten soll, während die Servierkräfte und die anderen Beteiligten für ein möglichst angenehmes, menschliches Ambiente sorgen sollen. Das ist etwas ganz anderes, als zB die Arbeit von Handwerkern, Technikern, Ingenieuren, die nach Norm bestimmte technische Geräte optimieren oder reparieren.
Wie wäre es, die Honorierung des Arztes zum Teil von der persönlichen also subjektiven Einschätzung/dem Urteil der Patienten abhängig zu machen. Ein anderer Teil müsste sowas wie eine finanzielle Grundsicherung sein, damit kein Arzt in den finanziellen Abgrund stürzt, falls er alle Patienten seiner "Gemeinde" gesund therapiert haben sollte.
Warum könnten zB nicht die Patienten - ähnlich wie das Trinkgeld in der Gastronomie - am Ende eines jeden Quartals ihr persönliches Urteil darüber abgeben, ob sie sich von dem Arzt/den Ärzten, die sie im vergangenen Quartal aufgesucht hatten, gut oder eher schlecht untersucht und therapiert fühlten - und dafür jeweils Bonus- oder MalusPunkte vergeben, die mit Extra-Vergütungen belohnt werden.
Der Trick bei der Sache ist der, dass anders als beim "Trinkgeld" in der Gastronomie, wir Patienten die Bonus-Beträge nicht direkt selbst aus eigener Tasche zahlen - was die Freiheit des Urteils natürlich verfälschen würde - sondern diese Regelung wird zu einer Komponente der Budget-Verteilung.
Vorteil dieser Regelung wäre, dass Ärzte einen finanziellen Anreiz hätten, den Patienten als Individuum mit einem subjektiven eigenen Urteil wahr zu nehmen und sich für dessen Wohlmeinung zu interessieren.
Es geht um eine Art Weichenstellung welchem Bild eines Gesundheitswesens man folgen will:
Die Ärzteschaft mit IHREM Medizinwesen hält sich die Patientenschaft ähnlich wie Bauern ihr Vieh, nutzt also die Bürger für ihre ökonomischen, medizinischen und Karriere-Zwecke?
Oder aber Ärzteschaft und Medizinwesen ist für uns Bürger da und stellen sich in den Dienst um unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden zu fördern und wieder her zu stellen - also Dienstleister an der Hauptperson des Verfahrens: Dem Patienten?
Wünschenswert ist sicher nur das zweite Modell. Für bittere bundesdeutsche Realität halte ich jedoch leider eher die erste Beschreibung.
Das zweite Modell setzt voraus mündige Bürger die sich schon frühzeitig interessieren für ihre Gesundheit und die gesellschaftlichen Bedinungen, in den das alles passiert und die eine Macht aufbauen, die der Macht des medizinisch-industriellen Komplexes überlegen ist, aber zumindest Paroli bieten kann. Leider ist das Gegenteil die Wirklichkeit.
Mit-Entscheidend sind jene Leute, die keiner der beiden Seiten angehören: Also weder krank, also keine Patienten sind, aber auch nicht dem medizinsch-industriellen Komplex angehören. Wenn diese Leute auch noch Macht haben, wie Leute an den Hebeln und Schaltstellen von Justiz und Politik, dann kommt es besonders auf sie an. Leider gibt es einen fatalen aber informellen sogenannten Akademiker-Beistandspakt zwischen Ärzten und Juristen. Weil sehr viele Politiker auch Juristen sind, herrscht hier also eine Allianz der Macht-Elite über die Rest-Bürger aus Nicht-Ärzten und Nicht-Juristen. Eine Mischung aus Iatrokratie (Ärzte-Diktatur) und Plutokratie (Diktatur der Reichen und Mächtigen). Das schreit nach einer Revolution der Bürger - oder? WIR sind das Volk.
Wir leben in einer arbeitsteiligen Gesellschaft mit hochgetriebener Spezialisierung des Individuums. Fraglich ist, ob das noch extremer auf die Spitze getrieben wird oder sie den Zenit bereits erreicht und überschritten hat oder sogar wieder zurück geht/gehen muss.
Samstag, August 28, 2004
Schreibt Andrea Naica-Loebell in der Telepolis www.heise.de/tp/
Wohl fast jeder kennt solch kranke Menschen - ob nun im sog. real life oder aus dem Internet - und weiss darum wer gemeint ist.
Ähnliches zu Ähnlichem schreibt jemand bei http://www.inkultura-online.de/chef.htm
"Wir haben es schon immer gewußt: Unsere Manager sind geistesgestört. Sie sind seelische Krüppel, von der Macht besessen und zerfressen. Ihr Beruf scheint für sie die einzige Rettung vor der Irrenanstalt, (Verzeihung, ich meine natürlich Psychiatrie) zu sein. Ihr Berufsfeld scheint ideal, um die eigene kaputte Seele an anderen, an Untergebenen, zu rächen."
Und die Wikipedia (Link siehe rechts) meint dazu:
"Begriffsabgrenzung
Zu den psychischen Störungen zählen alle körperlich nicht begründbaren psychischen Erkrankungen; jedoch auch solche, die als Folge von körperlichen Erkrankungen (z. B. Hirnhautentzündungen oder Hirnverletzungen) vorliegen und eine Bedeutung mit Eigenwert erlangt haben.
Heute wird dieser Begriff jenem der "psychischen Krankheit" vorgezogen, um eine Stigmatisierung der Betroffenen zu erschweren: Störung ist neutraler und entzieht sich einer - in diesen Fällen regelhaft negativen - Bewertung mehr, als dies mit dem Begriff Krankheit möglich ist. Durch Kostenträger (Krankenkassen, Rentenversicherungen), die in ihrem Leistungskatalog den Krankheitsbegriff als elementare Voraussetzung eines Leistungsanspruches haben, wird die Bezeichnung "Krankheit" durch die Hintertüre allerdings wieder eingeführt, indem von Störung von Krankheitswert gesprochen wird. Gerade bei psychischen Störungen als Beeinträchtigungen vorübergehender Art mag diese Unterscheidung sinnvoll sein, um übermäßige und ungerechtfertigte Leistungsforderungen abzuwehren. Letztlich dient die Verwendung des Begriffs "Störung" somit dem Zweck, den Paradigmenwechsel in der Beurteilung psychischer Probleme aus ärztlicher/therapeutischer Sicht auch im Sprachgebrauch zu dokumentieren.
Klassifikation
Die Klassifikation psychischer Störungen ist länderspezifisch unterschiedlich und oft auch von der psychologischen oder medizinischen Schule abhängig.Es gibt 2 gängige Diagnose- und Klassifikationsschematas. Zum einen das weit verbreitete ICD-10. Zum anderen das besonders in der psychologischen Forschung gebräuchliche DSM 4. Diese Störungen sind zusammengefasst in der Liste der psychischen und Verhaltensstörungen.
Verbreitung
Psychische Störungen sind weit verbreitet. Nach einer Studie der WHO leidet weltweit jeder vierte Arztbesucher an einer solchen Störung. Deutsche Studien sprechen von ca. 8 Millionen Deutschen mit behandlungsbedürftigen psychischen Störungen. Die meisten Störungen würden jedoch nach einiger Zeit abklingen.
Behandlung
Der Begriff psychische Erkrankung ist oft angstbesetzt, u. a. aufgrund der Erfahrungen im Nationalsozialismus, wo diese Einordnung zu staatlich angeordnetem Mord führen konnte. Deshalb ist ein vorsichtiger Umgang mit diesem Begriff notwendig, im Bewusstsein, dass nach wie vor gilt: "Irren ist menschlich."
Bei der Beurteilung psychischer Erkrankungen ist zu beachten, dass sie teilweise eine wichtige Schutz- und Signalfunktion haben, d.h., nicht verschwinden können, ohne dass "sich etwas ändert". Außerdem ergeben sich einige psychische Erkrankungen aus einem Wechselspiel zwischen dem Kranken und seiner Umwelt, so dass bei einer Behandlung die Umwelt des Kranken mit einbezogen werden sollte."
Trab reiten; im Trab, in lockerem, leichtem, starkem, hartem, scharfem Trab reiten; das Pferd fiel in Trab, wurde in Trab gesetzt; ÜBERTR.: er setzte sich in Trab (ugs., begann zu laufen); [nun aber] ein bisschen Trab!(ugs.; beeil dich!); » jmdn. auf Trab bringen (ugs.; jmdn. zu schnellerem Handeln, Arbeiten antreiben); jmdn. auf/in Trab halten (ugs.; jmdn. nicht zur Ruhe kommen lassen); auf Trab sein (ugs.; in Eile sein; viel zu tun haben): ich war die ganze Woche auf Trab.
(Aus dem Duden)
Eine altbewährte Strategie, die in KZ, anderen Lagern und Knästen, manchen Familien und in Betrieben angewendet wurde und wird, Leute in Trab zu bringen und zu halten, also nicht zur Ruhe kommen zu lassen, um zu verhindern, dass die sich über ihre Situation bewusst und klar werden - und sich entsprechend wehren.
Der Bezug zu sich selbst soll also gestört werden, um stattdessen eine Anbindung an äussere Verhältnisse und Personen zu erzwingen. Die Manipulierer und AgitPropper reden sich ihr destruktives Tun mit dem Euphemismus "soziale Einbindung" selbst legitim.
Durch Suggestionen und Indoktrinationen wird das bei-sich-Sein des Individuums gestört und ein fremdes Koordinatenkreuz und ein fremder Takt an Stelle des eigenen, soll sein Leben bestimmen. Einer vermeintlich "unsauber" tickenden LebensUhr des Individuums wird der Takt einer national-sozialen Gruppe aufgezwungen. Kühle Strategie blonder Herrenmenschen und anderer, die sich dafür halten: Zerstörung von Individualität anderer, mit allen Mittel - Gesetze sind kein Hindernis - denn die sind so schwach wie die Leute, für die sie geschaffen wurden.
Freitag, August 27, 2004
"Mich beunruhigt die Mischung von Leuten, die wirklich engagiert für Gerechtigkeit eintreten, und ziemlich vielen, die nur Unmut und Frust verbreiten wollen, um davon politisch zu profitieren.
Die neoliberale Denkweise, die davon ausgeht, man müsse die Gesellschaft möglichst stromlinienförmig an die Marktwirtschaft anpassen, beherrscht die öffentliche Debatte. Die Menschen ärgert, dass Politiker sich von der Wirtschaft die Gesellschaftsentwürfe diktieren lassen. Und es ist richtig, wenn man sich dieser Ideologie nicht unterwirft. Dann muss man sich allerdings auch die Mühe machen, die Problemlage genau zu analysieren, und darin liegt die Schwäche der Proteste. Die Menschen, die da demonstrieren, geben sich nicht genug Mühe, die zweifellos komplizierter gewordene Welt zu durchschauen.
Wir merken hier sehr deutlich: Der Markt hat kein soziales Gewissen. Viele sagen: Früher, zu DDR-Zeiten, stand das in unseren Staatsbürgerkunde-Lehrbüchern in der Schule - damals glaubten wir nicht, dass es stimmt, heute erleben wir das."
Aus einem aktuellen Interview der Frankfurter Rundschau www.fr-aktuell.de (Viele fühlen sich gedemütigt) mit dem ehemaligen Ministerpräsidenten von Sachsen-Anhalt, Reinhard Höppner
"Doch diese Mittelschicht lebt praktisch nicht mehr auf dem Boden dieser Gesellschaft. In Sao Paulo, um ein Beispiel zu nennen, gibt es einen Taxi-Verkehr ganz eigener Art: 600 Hubschrauber sind unterwegs als Taxis. Die reich gewordene Mittelschicht lebt praktisch in der Luft. Sie bauen nur noch Häuser mit Helikopter-Landeplätzen und gehen nicht mehr auf die Straße. Das ist doch eine gespenstische Situation ...."
Der Soziologe Oskar Negt im Interview mit BerlinOnline www.berlinonline.de
"Seit Donnerstag vergangener Woche sind bei 16 nächtlichen Angriffen auf Wohnungslose im Zentrum von São Paulo sechs Menschen getötet worden. Weitere neun Stadtstreicher liegen mit teils schweren Schädelverletzungen in Krankenhäusern.
Die Vermutung, brasilianische Neonazis könnten die Überfälle begangen haben, werden durch die Aussagen von Überlebenden gestützt.
Offiziellen Angaben zufolge hat sich die Zahl der Wohnungslosen in der brasilianischen Metropole seit 1991 verdreifacht, von 3400 auf 10 400 im vergangenen Jahr."
Quelle: Frankfurter Rundschau www.fr-aktuell.de
Mittwoch, August 25, 2004
"Privatsphäre bedeutet letztendlich auch die Freiheit, sich einmal
so zu benehmen wie man will ohne dafür gebrandmarkt zu werden. Es
bedeutet, ruhig einmal in den Strapsen der Freundin durch die Wohnung
zu spazieren ohne für einen Transvestiten gehalten zu werden, es
bedeutet, mal sexuelle Abarten auszuprobieren ohne dass die Nachbarn
am nächsten Tag einen Riesenbogen um einen machen oder der Chef einem
"betriebsbedingt kündigt"."
Schrieb jemand mal im heise-forum.
Immer mehr Ärzte zieht es aus Deutschland weg und sie praktizieren in England oder Skandinavien aushilfsweise oder lassen sich dort ganz nieder.
Das ist schon merkwürdig, denn angeblich gibt es in Deutschland zu wenig Ärzte - da sollte man doch meinen, jeder Arzt findet hier seinen Platz.
Warum gehen die trotzdem weg aus dem deutschen Medizinwesen?
In Schweden zB, verdienen Ärzte wesentlich weniger als ihre Kollegen in Deutschland, aber attraktiv sind die flacheren Hierarchien, mehr Team und weniger Arbeit als in Deutschland. Der durchschnittliche Arzt behandelt dort pro Arbeitstag vier Patienten!
(Quelle: Dr. med. Mabuse vom Mai/Juni 2004)
fordert der Chef aller Kassenärzte, als erste Masznahme gegen die Abwanderung deutscher Ärzte ins Ausland: http://www.kbv.de/presse/5968.htm
Tja, wer opfert sich? Als Patient für finanzbedarfsorientierte Untersuchen, überflüssige Arznei-Verabreichungen und unnötige Operationen?
Ahja - alle. Na prima.
Montag, August 23, 2004
sagte die Richterin eines Melbourner Gerichts zu dem Angeklagten, der ein halbes Jahr lang als falscher
Den Satz der Richterin sollte man auch hierzulande als Tatvorwurf gegen pfuschende und schwerkriminelle Ärzte einführen.
Statt dessen hält man die ärztlichen Verfehlungen im Medizinwesen unter der Decke.
Falsch verstandene "Imagepflege" für's "Gesundheitswesen" auf Kosten von Körper, Psyche und Geld, zigtausender Patienten jedes Jahr.
Samstag, August 21, 2004
Freitag, August 20, 2004
"An den Misshandlungen im Gefängnis Abu Ghraib bei Bagdad sollen nach Angaben eines amerikanischen Wissenschaftlers auch Ärzte beteiligt gewesen sein. Sie sollen Totenscheine von Gefangenen gefälscht und Beweise für Folterungen verwischt haben.
So seien die Befragungsmethoden in Abu Ghraib von einem Psychiater und einem weiteren Arzt entworfen und genehmigt worden. In einem Fall sei ein Gefangener nach Schlägen bewusstlos zusammengebrochen. Nach seiner Versorgung durch Pfleger sei er weiter misshandelt worden.
In einem anderen Fall soll einem zu Tode gefolterten Häftling eine Infusionsnadel in die Vene gelegt worden sein, um eine medizinische Behandlung vorzutäuschen. "Die Ärzte bestätigten routinemäßig den Tod durch Herzinfarkt, Hitzschlag oder andere natürliche Todesursachen"."
http://www.tagesschau.de/aktuell/meldungen/0,1185,OID3538732_TYP4,00.html
Donnerstag, August 19, 2004
"Es ergibt sich das Bild eines doppelten Sadismus. Auf der einen Seite haben wir ein generell zu Bestrafung, Überwachung und Gängelung neigendes System, das dem Einzelnen nur um den Preis der totalen Selbstverleugnung eine Chance lässt, und einer ständig wachsenden Zahl von Menschen überhaupt nicht mehr. Ein Versagen in diesem System ist immer die Schuld des "Kunden" selbst, der sich nur nicht genug angestrengt hat. Pflichten hat er viele, Rechte hat er keine, er soll in die Ecke gehen und sich schämen, vor allem froh sein, wenn man ihm überhaupt noch ein Gnadenbrot zuweist.
Vom früher so gern beschworenen "mündigen Bürger" ist in dieser Administrationsmaschine nichts übrig geblieben, und der Begriff "Kunde" ist nur der Spottname für die Objekte, die von ihr administriert werden."
Aus der Telepolis www.heise.de/tp/
Vernünftig finde ich, dass für den sozial finanzierten Unterhalt eines LangzeitErwerbslosen, es weniger einer Rolle spielt, wie hoch sein letztes Einkommen vor Jahren war, sondern wichtiger ist, wie seine finanzielle Bedürftigkeit momentan aussieht. Und ich finde es okay, dass jeder zunächst sein vorhandenes Vermögen zum eigenen Unterhalt einsetzen muss, bevor die Sozialsysteme aktiv werden.
Es geht immerhin um die Finanzierung von etwa fünf Millionen erwerbslosen Menschenleben und um einen horrende überschuldeten Staatshaushalt und eine lahme nationale Wirtschaft.
Nicht nachvollziehen kann ich allerdings, wenn für die Zahlung der Versicherungsleistung Arbeitslosengeld zukünftig die Dauer der Einzahlung keine Rolle spielen soll. Wenn jemand der zB 20 Jahre lang eingezahlt hat, genauso lange Arbeitslosengeld bekommt, wie einer der zB 5 Jahre eingezahlt hat. Warum man keine zeitabhängige Formel dort eingebaut hat, ist mir schleierhaft.
Wichtig scheint mir dreierlei: Die finanzielle Grundsicherung muss wirklich ausreichen für ein menschenwürdiges Leben, also auch Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.
Der Staat muss seine eigenen Pflichten besser wahrnehmen, also darf seine Bürger nicht um ihre Grund-, Menschen und sonstigen Bürger-Rechte prellen. Und der Staat darf seine Bürger nicht an anderer Stelle finanziell ausbeuten, sondern muss im Gegenteil entlasten.
So ist laut Medienberichten in der Bevölkerung in den letzten Monaten das Konfliktpotential angestiegen, es gibt mehr und heftigeren Streit und Zoff untereinander. Vermutlich wegen der angespannten wirtschaftlichen und sozialen Lage im Lande. Sind nicht auch Gebühren und Kosten für Rechtsanwälte und Justiz angehoben worden?
Grundsätzlich verschärfend ist die Konstruktion, dass es einen juristischen Marktwert für Kraftausdrücke gibt. Streit und Händel nicht als Anlass, hier schlichtend und beruhigend ein zu wirken, sondern daraus wollen Juristen Kapital schlagen, resp. der Justizapparat repressiv einwirken.
Dazu kommt noch das überkommene und international einmalige Verbot uneigennütziger also kostenloser RechtsBeratung durch Juristen und des rechtlichen Beistandes durch kundige Laien oder anderweitig juristisch Gebildete. Der Bürger bewegt sich im Alltag durch ein juristisches Minenfeld - ein falscher Schritt, ein falsches Wort und er muss erheblich investieren: Zeit, Geld und Nerven. Sowas stört die Entwicklung eines entspannten Miteinanders und einer im Kern befriedeten Gesellschaft mit zufriedenen Einzelindividuen.
Meiner Ansicht nach hat der Staat hier die Pflicht, für Ausgleich zu sorgen zB indem das Mittel der Streitschlichtung und Mediation ausgebaut und rechtliche Beratungen von Restriktionen befreit werden. Viele Auseinandersetzungen könnten ohne teure Anwälte und zeit- und kostenaufwändige Prozesse beigelegt, geschlichtet werden. Das würde die überlastete Justiz frei machen für wirklich notwendige und wichtige Prozesse und sie beschleunigen, und es würde das menschliche zivile Miteinander befrieden, weil es gerechter ist, weil es de-eskaliert und den Bürgern KostenStress erspart.
Wenn der Staat einerseits den finanziellen Druck auf die Bürger erhöht und damit Stress erzeugt, dann muss er auf der anderen Seite beruhigend, de-eskalierend, befriedend wirken, sonst droht die Gesellschaft zum Pulverfass zu werden. Repression löst und befriedet nicht, sondern produziert tendenziell Terror.
So verunsichert wie viele Bürger momentan sind, was ich nachvollziehen kann, grade alte und kranke Menschen, Menschen die extrem beansprucht sind mit ihren Problemen, dass es schändlich und würdelos ist, Unsicherheit und Angst in deren Leben zu zwingen, sie wie Objekte zu behandeln, die man beliebig bearbeiten, manipulieren und hin und her schieben kann, nimmt der Staat seine FürsorgePflicht nicht ausreichend wahr.
Fein raus sind natürlich jene Leute, die schon früh ein stattliches Immobilien-Vermögen geerbt haben und nun durch die Mieteinnahmen ein finanziell sorgenfreies Leben haben. Das dürften überwiegend Wessis sein. Die brauchen sich wohl keine Gedanken um Hartz sonstwas oder ihre Rente zu machen. Brauchen nicht arbeiten gehn, fahren x-mal im Jahr in den Süden - Urlaub vom Müsziggang in Deutschland machen. In deren Alter starten andere nach dem Studium ins Berufsleben - die jungen Immobilienbesitzer hingegen haben jetzt schon ausgesorgt.
Mittwoch, August 18, 2004
Vor Jahren schilderte in einem zufälligen Gespräch mir mal eine Dame eine Story, die ich damals eher unappetitlich bis abstrus - bestenfalls kurios empfand - mitlerweile erinnere ich mich wieder daran und finde die Sache doch ziemlich bedenklich.
Ich erinnere mich vage an ihre Schilderung eines behördlichen Verwaltungsakts - worum es dabei ging, weiss ich nicht mehr - jedenfalls war es der angeblich nicht seltene Fall, dass nach dem sog. gesunden Menschenverstand die Sache eigentlich klar sein müsste - aber die Behörde entschied genau das unanfechtbare Gegenteil.
Irgendwie war es dann aber wohl so, dass die Dame irgendwoher erfahren hatte, dass die Amtsperson, die den Fall entschieden hatte, angeblich unter dem Einfluss von Psychopharmaka stand. Das wurde dann irgendwie eingebracht und das Ergebnis war dann am Ende für die Dame positiv, wohl weil die Entscheidung deswegen revidiert wurde.
Meine Einschätzung pendelte damals von, es schmutzig zu finden, derart den medizinischen Bereich zu instrumentalisieren, um Leute resp. deren Entscheidungen zu diskreditieren, und interessiertem ÜberraschtSein von so einem mir bis dato unbekannten Problem.
Sie meinte aber, dass es problematisch sei, wenn Entscheider und andere Amtsträger im Alltag wichtige Entscheidungen quasi unter dem Einfluss von PsychoPharmaka fällten und darauf angewiesen, also abhängig wenn nicht sogar süchtig seien.
Ich fand es damals übertrieben, sowas als echtes Problem bei Behörden zu sehen.
Erstens, so dachte ich, wird es nicht allzu viele solche Fälle geben, wo derart mächtige Personen quasi durch den Ge- oder Missbrauch von Psychopharmaka quasi nicht mehr ganz zurechnungsfähig sind und völlig abstruse Entscheidungen treffen und zweitens sind solche Präparate verschreibungspflichtig und ihre Wirkung auf den Patienten werde vom Arzt kontrolliert - dachte ich.
Über beides bin ich mir nicht mehr so sicher. Ich hab grad keine Zahlen, aber die massenhafte Einnahme von Psychopharmaka ist eigentlich bekannt - und es sind sicher nicht alles nur Christiane F.-Typen am Bahnhof Zoo. Grade in den oberen Berufsgruppen und Schichten mit hoher psychischer Belastung scheint mir die Gefahr besonders grosz. Das sollte man wohl im Auge behalten. Wenn Alkohol grundsätzlich bei der Arbeit und hinterm Lenkrad verboten ist, dann darf man die viel stärker wirksamen legalen, chemisch-synthetischen Psycho-Drogen (Mothers little helper) nicht unterschätzen. Wer weiss, was schon schlimmes Berufliches verbrochen wurde, unter deren Einfluss.
Und auch was die Kontrolle durch den Arzt angeht, habe ich doch erhebliche Zweifel. Wie sollte ein Arzt zB einen Staatsanwalt oder eine Richterin, die Psychopharmaka einnehmen, kontrollieren?! Die fühlen sich mit dem Zeug wohl - und basta. Was die jeweils für Irrsinn praktizieren, fällt womöglich nur dann auf, wenn die auch noch in die Öffentlichkeit streben wie der sog. Richter "Gnadenlos" Schill, oder sich die Skandal-Urteile und Praktiken häufen. Ich denke mitlerweile, dass es ein echtes Problem ist, dass man im Auge behalten sollte.
Angeregt durch einen Bericht in Frontal 21 gestern, über eine betroffene Kämpferin gegen ihre Berufsgenossenschaft, dann im Internet gefunden:
"Erstmals in der Geschichte des international tätigen Vereins „Hamburger Umweltinstitut – Zentrum für soziale und ökologische Technik e.V.“ werden zwei Laien mit dem Forschungspreis des Institutes ausgezeichnet.
Frau Christel Brem aus München hat beispielhaft über giftige Chemikalien in der Kleidung, wie beispielsweise das gefährliche Pestizid Lindan gearbeitet. Während die Fachwelt, insbesondere die Fachmedizin, jämmerlich versagte, hat Frau Brem zunächst als Betroffene mit großer wissenschaftlicher Sorgfalt Daten gesammelt und ausgewertet. Anstatt sich dabei nur auf Ihre eigenen schweren gesundheitlichen Schädigungen zu konzentrieren, hat Frau Brem die wissenschaftlichen Grundlagen für den weltweit anerkannten Öko-Tex Standard 100 für Textilien geschaffen.
...
Es besteht ein fatales Kartell zwischen der klassischen Wissenschaft, der Politik und der Industrie, gerade im Bereich des Verbraucherschutzes nicht zielgerichtet und lösungsorientiert zu forschen. Nur solange Dinge als ungeklärt gelten, gibt es Forschungsgelder für Hochschulen. Also werden Dinge künstlich als Probleme erhalten, die längst gelöst sind. Dadurch werden neue verbraucherrelevante Fragestellungen nicht bearbeitet. Die Politik braucht solange nicht zu handeln, wie vermeintlich kontroverse wissenschaftliche Auffassungen bestehen. Die Industrie hat kein Haftungsproblem, denn es wird ja erst noch geforscht.
Dieses gefährliche Kartell haben Frau Brem und Herr Stelting mit Ihren bahnbrechenden Arbeiten in zwei wesentlichen Bereichen als Laien, die Wissen schaffen, durchbrochen."
Auszüge aus einer Pressemitteilung vom 2. Juli 2003 von: www.hamburger-umweltinst.org
"Krankenhäuser wie Privatfirmen entdecken den kommerziellen Wert von menschlichem Gewebe und Erbmaterial. Entsprechende Proben werden mit Informationen über die Probenspender (wie z.B. Krankheitsgeschichte und Lebensstil) verbunden und in Form von sog. Biobanken an zahlungskräftige Käufer weitergegeben." (Hamburger Datenschutzbeauftragter)
"Brisanz wird der Kontroverse um Speicherung und Analyse menschlicher Blut- und Gewebeproben auf den ersten Blick dadurch genommen, daß dieses Thema bislang in Deutschland kaum öffentlich diskutiert wurde." http://www.aerztezeitung.de/
"Unersättlich fordert die Forschung »Menschenmaterial« aus allen Ecken der Welt an. Mit dem gesammelten Wissen werden Risiken individualisiert. Das schafft den Nährboden für soziale Stigmatisierung und kann entsprechende Ausschlüsse nach sich ziehen.
Biotheken sind privat oder öffentlich finanzierte Institutionen, welche die Gewinnung, Speicherung, Handhabung und Nutzung von Körpersubstanzen sowie persönlichen Daten langfristig gewährleisten. Man kennt das nur zum Teil von Blut- und Organbanken. Biotheken sind insofern absolut neuartig, als daß sie die genetischen Informationen verknüpfen mit personenbezogenen Daten der Spendenden. Deren Angaben zu Krankheiten, psychischen Dispositionen, Familienverhältnissen oder Lebensstil werden mittels Befragung erhoben.
Da in der Bioethik das Prinzip der Nichtkommerzialisierung des Körpers gilt, wird von den Spendern Altruismus gefordert. Wohin das führt, kann man an den an Asthma erkrankten Einwohnern der Südatlantikinsel Tristan de Cunha sehen. Kanadische Forscher und das US-Unternehmen »Sequana« entnahmen ihnen 1993 Blut, identifizierten das verantwortliche Gen und verkauften das Patent für 70 Millionen Dollar an Boehringer Ingelheim. Die Kranken hatten nichts davon.
Die endokrinologische Poliklinik des Uniklinikums Benjamin Franklin, Berlin, verweigert die Behandlung, wenn keine Erklärung unterschrieben wird, die die Patienten zu Forschungsobjekten ohne Anonymisierung macht."
Zitiert aus zwei Texten von Ulrike Kopetzky, erschienen bei WELT und Junge Welt http://www.jungewelt.de/index.php
http://www.welt.de/
"Das größte deutsche Biobank-Projekt will popgen („populationsgenetische Rekrutierung von Patienten und Kontrollen“) in Kiel werden. BiobankerInnen benötigen aber nicht nur Blut- und Gewebeproben gutgläubiger Menschen, sondern auch einheitliche Qualitätsstandards und rechtliche Rahmenbedingungen, die ihr Geschäft langfristig absichern helfen. Regelungsvorschläge für Deutschland hat der „Nationale Ethikrat“ des Bundeskanzlers präsentiert. Sie lesen sich wie eine Wunschliste der Genforschungslobby." http://www.bioskop-forum.de/
Ich selbst als Patient, sehe mich als Opfer von Organ- und Gewebe-Raub durch einen forschungsgeilen, skrupellosen med. Prof. einer katholischen Klinik in München.
Und ich halte die Gefahr für nicht gering, dass prinzipiell jeder Patient während eines chirurgischen Eingriffs das Opfer illegaler Organ- und Gewebeplünderungen werden kann. Denn wer schert sich darum, ob und wenn ein Chirurg etwas mehr aus dem vollnarkotisierten Patienten heraus schneidet? Der unmittelbar Betroffene merkt's vielleicht nichtmal danach - und wenn doch - wie will, kann und soll er seine Wahrnehmung, seinen Verdacht beweisen? Der Mensch als verfügbares frisches Organ- und Gewebe-Lager auf zwei Beinen.
